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Webmontag FFM, März 2009

Neun Tage liegt der letzte Webmontag hier in Frankfurt schon zurück, nur noch acht Tage bis zum nächsten DevDusk und mittendrin noch immer nichts von mir darüber geschrieben. Höchste Zeit also:

Webmontag_FFM

Die Themen vom 2. März 2009 gibt es hier im Wiki. Ich will hier nur kurz meine ganz persönlichen Eindrücke schildern, soweit ich mich anhand meiner Aufzeichnungen erinnern kann.

Second Life. Hui, ich erinnere mich an ein Interview, dass ich vor einigen Monaten mit Ginsu Yoon (VP Corporate Development bei Linden Labs) führen durfte und bei dem ich irgendwie den Eindruck hatte, dass man mehr oder weniger verzweifelt damit kämpft, die Faszination Second Life weiter aufrecht erhalten zu können. Allerdings muss ich auch einräumen, ein wahrer Zweifler zu sein, wenn es um die Plattform geht. Meiner Meinung nach war SL schon damals tot, da hilft auch eine Servertechnologie und eine 3D-Engine nicht viel. Jetzt also ein Vortrag zum Thema? Come to daddy.

Was im Kern vom Vortrag bei mir ankam, war die Aussage, dass sich SL hervorragend als Plattform für die Visualisierung (und anschließende Vermarktung) von Produktideen eigne. Jeder könne damit wunderbar und open-source-basiert eigene Ideen in 3D umsetzen. Hm… man nehme einen beliebigen Ego-Shooter, zum Beispiel einen Klassiker wie Quake III und schon kann es losgehen. Zugegeben, Open Source war da damals noch nichts, aber dafür geht das schon seit Jahren. Und mittlerweile hat sich auch im quelloffenen Bereich so einiges getan. Das sich eine SL-basierte Lösung gegen Flash- oder Java-basierte durchsetzen können wird, sehe ich auch nicht so wirklich. Und letztere dürften für Webagenturen wohl eher in Frage kommen, denn wer hat schon SL-Experten in seinem Team sitzen?

Zum nächsten Vortrag über das Crowdfunding. Zu Deutsch: Darüber, wie man möglichst viele Menschen dafür gewinnen kann, in eigene Projekte zu investieren. Ein wirklich interessanter Vortrag von Burkhard Schneider (hier sein Blog) der für mich vor allem eine Frage aufwarf: Funktioniert das Crowdfunding nicht nur solange, wie es nicht von allzu vielen selbst praktiziert wird? Oder einfach: Als Nischenoption interessant und spannend, als langfristiges Geschäftsmodell eher schwierig. Wobei das natürlich alles ziemlich relativ sein mag;-)

Vortrag Nummer Drei behandelte kurz das Nepomuk-Projekt, ein Ansatz für den so genannten sozial-semantischen Desktop. Spannend insofern, als dass der semantische Desktop (viele werden dabei an einen alles taggenden Desktop denken; und das ist nicht ganz verkehrt, aber bei weitem noch lange nicht semantisch – was ich in der Kürze aber hier nicht ausführen kann;-) mit einigen Social-Network-Features gekreuzt werden soll. Was der Vortrag Nummer Drei ebenfalls bewies: Wenn es um den richtigen Präsentationsstil geht, dann ist Andreas Demmer so etwas wie der Kwizatz Haderach unter den Präsentatoren (das meint was total Beeindruckendes, falls ihr das nicht aussprechen könnt). Der David Duchovny unter den FBI-Agenten (Horatio wär aber auch gut). Der Conan unter den Schwertträgern. Ihr wisst, was ich meine. Tipp: Vortragende sollten immer versuchen, vor Andreas auf die Bühne zu kommen. Dessen Nepomuk-Slides gibt es übrigens hier auf seinem Blog.

Mit Directories ging es dann im folgenden Vortrag weiter. Dabei hatte ich spontan an Verzeichnisdienste denken müssen. Kam aber nicht. Zugegeben hatte ich zu dem Zeitpunkt einen leichten Tiefpunkt, hängen geblieben ist bei mir eine knappe Vorstellung der Website proaudioguide.com und ein zugegeben ausgezeichnet gekleideter Vortragender. Inhaltlich war es eher verwirrend.

Web Content Accessibility Guidelines 2.0 (oh, ich bin nicht sicher, ob dieser Vortrag nicht sogar noch vor dem Directory-2.0-Vortrag kam?) wurden ebenfalls kurz vorgestellt. Auch hier war ich selbst leider etwas abgelenkt, denn meine Kollegin vom ehemaligen XML & Web Services Magazin (erinnert sich noch jemand?) war derart begeistert (Themen rund um W3C, Accessibility und XML werden von ihr förmlich absorbiert) dass ich nur noch funkelnde Augen sah. Der Vortrag dürfte entsprechend ok gewesen sein.

Das Europäische Accessibility Forum Frankfurt passte thematisch gut dazu und wurde im Anschluss auch gleich mit vorgestellt. Dem ganzen soll noch ein eigener Blogeintrag folgen, daher will ich hier nur kurz darauf verweisen, dass für die EAFRA-Konferenz nur noch wenige Plätze frei sind. Wer aus dem Raum Frankfurt kommt, oder sich generell für Webaccessibility und bekannte Szenegrößen interessiert, sollte sich schleunigst auf den Weg machen. Am 27. März ist es soweit.

Zu guter Letzt (wenn ich mit der Reihenfolge nicht durcheinandergekommen bin) gab es am Montag noch einen Beitrag zum Web-Design für das Web 2.0. Aus Sicht einer Webdesignerin, die runde Ecken und andere Design-”Trends” zur Diskussion stellte. Daraus entwickelte sich auch eine angeregte Diskussion um den IE6 (ich glaube, Webdesigner müssen da wirklich schlimm drunter leiden).

Ergebnis

Bunte Themen. Anspruchsvolle Herausforderung an das Sitzfleisch (die künftigen Webmontage sollen allerdings etwas straffer organisiert werden). Viele Teilnehmer. Zeit zum Networken/Diskutieren im Anschluss an der Bar. Ich werde beim nächsten Mal wieder dabei sein (8. Juni 2009).

Wer andere Perspektiven kennenlernen möchte: Hanta Seewald schreibt zum Webmontag vom 3. März 2009 ebenso wie auch hier Andreas Demmer.

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